Das Kompott

Alternatives Wohn- und Kulturprojekt in Chemnitz

„Ohne diesen Ort wäre diese wunderbare Stadt für mich wie eine Bratwurst ohne Senf, wie eine Suppe ohne Salz und wie eine Taschenlampe ohne Batterie. Das „Kompott“ ist der leckere Nachtisch in meinem Leben. Die meisten der Menschen, die das „Kompott“ zubereitet haben, könnten meine Kinder sein. Ein Ort der Freiräume, Idealisten, verrückter Träume, kreativer und konstruktiver Prozesse, von denen ich ein Teil sein durfte. Und ich habe etwas gefunden, das mir das Herz zum Leuchten bringt, HOFFNUNG.“ (Helferin von Tante ULA)

 

Das Kompott, was ist das? Ein fruchtiger Nachtisch, der mit verschiedenen Früchten in einer süßen Soße dargereicht wird. Früchtchen verschiedenster Farben, Geschmäcker und Aktivitäten versammeln sich unter einem Dach. Meinen wir ein Dach? Nein, wir haben gleich vier Dächer, denn das Kompott besteht aus vier zusammenstehenden Häusern im Zentrum von Chemnitz. Bei uns gibt es viel Platz, um sich zu entfalten und auszuprobieren.

 

„Wenn das meine Zukunft ist, können wir uns begraben.“ (Anonym)

 

Das Kompott beherbergt nicht nur etwa 40 Mitbewohner*innen und Künstler*innen, sondern bietet auch im Erdgeschoss Platz für den Umsonstladen „Tante Ula“, das Lesecafé „Odradek“ und den Club „Zukunft“. So ist es besonders am Donnerstag ein beliebter Treffpunkt: nach dem Shoppen bei „Tante Ula“ einen leckeren Kuchen vom Foodsharing im „Odradek“ geniessen; dann ein veganes Essen bei der Vokü in der „Zukunft“ schnabulieren; im Anschluss gibt es einen kostenlosen Film, ein Konzert oder eine Lesung. Und das alles in einem geschützten und entspannten Rahmen für alle Menschen.

 

"Also ist das so richtig wie in ner Kommune, mit Plenum und allem? Krass." (Gast in der Zukunft)

 

Das klingt nach einem Paradies mit viel Arbeit. Durch ehrenamtliche Helfer*innen aus ganz Chemnitz und dem Kompott können wir diese bewältigen. Dabei kann das Engagement vielfältig sein und jede*r findet seine Nische um sich auszuprobieren. Dabei ist es ein besonderer Spagat, die Bedürfnisse der Hausbewohner*innen, Kulturschaffenden oder Künstler*innen unter einen Hut zu bringen. Oftmals schaffen wir einen respektvollen und emphatischen Austausch, aber es wäre bedenklich, wenn sich über 60 Personen immer einig wären. Es kann schon anstrengend sein, zu den Beats einer Technoveranstaltung in der „Zukunft“ einschlafen zu wollen, grölende Gäste von einem Naziangriff zu unterscheiden oder im Treppenhaus „I love Nico“ als Schmiererei vorzufinden.

 

„Und wie bezahlt ihr das?“ (Neugierige Besucher*innen)

 

Wir haben den Anspruch, vielen Menschen zu ermöglichen, kostengünstig an allen Angeboten des Kompotts zu partizipieren, bezahlbare Wohnkosten zu gewährleisten und die Sanierung des Hauses zu finanzieren. So werden die Kulturflächen und der Umsonstladen cofinanziert, Veranstaltungen durch Spenden am Leben erhalten und die Mieten im Konsens beschlossen.

 

„Es ist wirklich ein Geschenk ein Teil vom Kompott zu sein und ich bin sehr dankbar dafür.“ (ehemalige Mitbewohnerin)

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